Karlchen Keck!

Karlchen (Todestag Mittwoch 30.10.2013; 21 Uhr)
"Wenn Liebe ein Weg und
Erinnerung Stufen wären,
dann würden wir hinaufsteigen
und Dich zurückholen."

Italienischer Pseudo-Faltendackel

Wissenswertes zusammengefasst :

Name Karlchen Keck
Spitznamen Karl, Karl der Große, Saftsack, verwöhnter Drecksack
Rasse "Italienischer Pseudo-Faltendackel", gemeinhin "Mastino Napoletano Mischling" genannt
Wohnort Unterfranken, Rest bleibt geheim
Mitbewohner Katharina, Erna
Geburtstag geb. ca. Jan 2004
Eltern unbekannt
Geschwister unbekannt
Werdegang Karlchen wurde halb verhungert und mit einer Kopfverletzung aufgefunden. Bei Bullterrier in Not (www.bullterrier-in-not.de) wurde er 6 Wochen lang aufgepäppelt, ehe er zu Katharina zog
21.11.2009 Offizieller Umzugstermin zu Katharina
Qualifikationen Wesenstest
Besondere Eigenschaften Verteilt gerne "Bussis" und gibt "Pfötchen"; Igel- und Wildsuchhund
  Karlchens Bildergalerie

13.11.10:

Karlchen ist ein toller Ehemann. Er ist nicht futterneidisch, überlässt mir seine geliebten Quietscheigel und ist auch ansonsten ein unkomplizierter Faltendackel. Er ist alles, nur kein guter Wachhund. Er bellt nie, wenn Leute kommen und lässt jeden herein. Manchmal ist er sogar zu faul, aufzustehen und den Leuten "Guten Tag" zu sagen. Aber er wird sehr lebendig, wenn er irgendwo Katzen, Igel oder sonstige Tiere riecht. Deshalb ist er im Wald auch an einer langen Leine, was er aber problemlos akzeptiert.

Leider hat Karlchen Krebs. Ein sog. Fibromyxosarkom am rechten Handgelenk. Das ist ein bösartiger Weichteiltumor. Vom 1. Tag an war dieses Gelenk dick. Frauchen hat deshalb auch die Tierärzte gefragt, aber man wollte erstmal nur beobachten und hat gehofft, dass es eine alte Verletzung sei.

Die ersten sechs Monate schlief Karlchen viel und war nicht sehr munter. Er war dürr und sein Fell schütter. Deswegen und auch wegen des dicken Gelenkes konsultierte sie eine Tierheilpraktikerin, die ihr empfohlen wurde. Sie konnte mit ihrer Methode angebelich erkennen, ob ein Hund Krebs hat oder eine Autoimmunkerkrankung. Beide Erkrankungen geisterten bei Frauchen im Kopf herum. Laut der Frau hatte Karlchen keinen Krebs. Leider stellte sich dann heraus, dass das falsch war. Im Mai wuchs innerhalb 1,5 Wochen ein Knubbel auf dem Fuß unter der Haut. Dieser Knubbel wurde weggeschnitten und eine Biopsie genommen. In der Tierklinik Hofheim/Taunus (www.tierklinik-hofheim.de) wurde der Fuß in den nächsten Wochen 4 x bestrahlt. Die Onkologen in Hofheim sind europaweit führend und somit war Karlchen bei der behandelnden Tierärztin Dr. Bettina Kandel-Tschiederer in besten Händen. Es dauerte noch lange bis der Fuß wieder gut ausschaute, denn dummerweise war bei der Biopsie ein Loch in der Gelenkkapsel entstanden, so dass ständig Gelenkflüssigkeit austrat und eine große Beule entstand. Im August verschloss sich das Loch von selbst und die Beule verschwand. Seit Juli bekommt Karlchen eine sog. metronomische Chemo. D. h. er bekommt lebenslänglich ganz niedrig dosiert ein Krebsmedikament und zusätzlich Metacam. Das Metacam soll auch die Krebszellen ärgern und Karlchen die Schmerzen nehmen. Leider leidet sein Fell unter dem Krebsmedikament, es ist wieder sehr schütter! Aber ansonsten geht es Karlchen z. Z. gut. Auf den Bildern ist die Entwicklung zu erkennen: Bilder Handgelenk.

Karlchen bleibt nicht gerne alleine. Im Januar 2010 hat er mehrfach versucht, auszubüxen als Frauchen Hundefutter verdienen war. Deshalb hat sie dann mit einem Freund unseren Aufenthaltsbereich gründlich renoviert und somit auch für Karlchen ausbruchsicher gemacht. Diese Ausbruchversuche waren auch mit ein Grund, warum Frauchen einen zweiten Hund wollte. Um Karlchen das Alleinebleiben zu erleichtern. Und zum Glück hat er - seit ich da bin - auch wirklich weniger Probleme damit.

08.01.11:

Seit Ende November lag viel, viel Schnee. Karlchen musste wieder täglich bei den langen Spaziergängen Schuhe tragen. Denn der Arme hat nicht nur den Krebs, sondern von Anfang an Wucherungen an je einem Ballen der Vorderfüße. Damit kann er nicht im Schnee laufen. Letzten Winter haben sie sich entzündet. Bis Frauchen erkannt hat, dass das an der Kälte und dem Schnee liegt, hat es ein bisschen gedauert. Mit den Schuhen von Sabro kommt Karlchen gut klar und kann damit gut laufen, auch 1 Stunde. Frauchen hat einige Schuhe durchprobiert, aber nur die von Sabro (Toffler) sind zufriedenstellend. Leider reiben auch diese an der Wolfskralle. Deshalb müssen diese abgepolstert werden. Mittlerweile hat Frauchen eine Technik gefunden, die gut funktioniert! Karlchen findet die tägliche Prozedur der Daumenposterung und des Schuhanziehens ätzend, erträgt sie aber mit stoischer Ruhe, ein echter Faltendackel eben! Anbei die Bilder Ballenwucherungen.

03.10.11:

Am 20.1. war Frauchen wie immer beim Hundefutter-verdienen. Frauchens Mutter holte uns so gegen 10:30 runter, gab uns Essen. Dann legten wir uns zum Schlafen hin. Aber dem Karlchen wurde schlecht. Er sabberte und guckte traurig. Das kam Frauchens Mutter komisch vor, sie rief bei Frauchen im Büro an. Das war um ca. 11:30. Frauchen fuhr gleich heim und als sie um 11:45 ankam, war Karlchen aufgeblasen wie ein Luftballon, ihm war wirklch grottenschlecht. Sie lud uns ins Auto und düste in die Tierklinik, die von Frauchens Mutter gleich vorgewarnt wurde. Um kurz nach 12 in der Klinik ging alles ganz schnell und ich sah Karlchen dann erstmal mehrere Stunden nicht. Frauchen hatte mich im Auto gelassen. Als ich später rausdurfte, wollte ich erst mal partout nicht in die Klinik. Das roch alles nach schlimmen Dingen. Frauchen musste mich überreden, doch zu Karlchen mit reinzukommen. Es hieß, Karlchen habe eine Magendrehung. Das hört sich schon schlimm an und ist es auch. Bis 20 Uhr blieben wir in der Klinik und durften dann die ganze Zeit im Nachtzimmer der Klinik bei Karlchen bleiben, der fast nicht ansprechbar war. Die nächsten Tagen waren ziemlich schwer. Zum Glück kam 2x täglich Astrid, eine Tierarzthelferin und liebe Freundin von Frauchen, und legte Karlchen Infusionen an. So mussten wir nicht in die Klinik. Tagelang hatten alle Angst, Karlchen würde es nicht packen. Doch er ist ein Kämpfer. Jetzt im Oktober geht es ihm wieder gut. Er hat sich erholt. Hat wieder zugenommen. Alles ist verheilt. Insgesamt hat das aber 2 Monate gedauert und auch danach nahm Karlchen kaum zu. Frauchen gibt ihm seitdem kein Endoxan und kein Metacam mehr. Sie hat zwischendurch versucht, das Metacam wieder zu geben, aber er scheint es nicht mehr so gut zu vertragen. Tja, als Folge hat Karlchen nun Probleme mit seinen Arthrosen, vor allem im linken Ellenbogen. Trotzdem ist er munter und gut gelaunt, nur mit Gassigehen müssen wir nun halt etwas zurückhaltend sein. Ab und zu bekommt er eine Zeitlang Schmerzmittel, die er aber auch nicht wirklich gut verträgt (Frauchen probiert noch!). Man merkt jedoch ganz schnell, wie froh er ist, wenn die Arthroseschmerzen weg oder weniger sind. Da ist er total übermütig und rennt sogar mal wieder und ist noch verspielter. Doch nach 10 - 14 Tagen schmeckt ihm sein Essen nicht mehr so gut und Frauchen hört wieder auf mit den Medikamenten.

01.01.13:

Uhiiiihhh! Durch eine E-Mail einer lieben Bekannten bin ich erst drauf gekommen. Wir sollten auch Karlchens Seite mal aktualisieren....

Die Magendrehung ist jetzt knapp 2 Jahre her. Karlchen hat sich super erholt davon. Was geblieben ist, ist Frauchens Angst, vor einer weiteren Magendrehung. Die Tierärzte der Klinik, vor allem die Theresa, die wir so gerne mögen, hat gesagt, Frauchen braucht sich keine Sorgen machen, der Magen ist angenäht und kann sich nicht mehr drehen. Frauchen lässt sich aber nicht so leicht beruhigen, denn sie kennt Berichte, da gab es trotz Annähen wieder Magendrehungen. Deshalb bekommen wir viele (aber kleine) Mahlzeiten am Tag. Je nach dem, wie der Tagesablauf ist zwischen 4 und 6 Mahlzeiten. Das finden wir beide toll. Frauchen bekocht uns auch. Wir kriegen Trockenfutter nur noch als Leckerli. Ansonsten Dosenfleisch mit Flocken oder Kartoffeln, Gemüse, Reis, Nudeln etc. Super lecker, kann ich Euch sagen. Und weil Frauchen es genau wissen wollte, hat sie bei Frau Dr. Dillitzer nachgefragt und die Rationen überprüfen lassen. Deshalb gibt es jetzt noch Eierschalenpulver, Öl und eine Mineralstoffkomplex dazu. Auch Lachsöl und Lebertran.

Leider hat sich Karlchens Arthrose im Sommer 2011 so verschlechtert, dass Frauchen gezwungen war, doch wieder mit Schmerzmittel anzufangen. Nach einiger Zeit des Experimentierens bekommt Karlchen jetzt Dolagis und einen Magenschutz (Pantoprazol). Bisher klappt das ganz gut. Aber humpeln tut er trotzdem. Mal mehr, mal weniger. Im Frührjahr 2012 gab es deshalb eine Kur mit Cartrofen-Spritzen. Jedoch ohne nennenswerten Erfolg. Ähnlich erfolglos war eine Strahlentherapie der beiden betroffenen Gelenke (linkes Knie und linker Ellenbogen), insgesamt 3 Bestrahlungen unter Narkose. Es ist ein ähnliches Verfahren wie bei der Krebsbestrahlung, nur mit weniger Stärke. Da Karlchen zu dem Zeitpunkt auch ein Geschwür (Talgdrüsentumor) an der Unterseite des Kinns hatte, wurde das in der 1. Narkose gleich mit entfernt.

Da Karlchen Krankheiten sammelt wie manche Menschen Briefmarken, hat er nun auch Probleme mit dem Herzen und bekommt seit einigen Wochen Herzmedikamente. Nun ist er extrem gut drauf und nervt morgens Frauchen.